EINSATZ

 
05.02.2006 - 50 Luxuskarossen bei Brand zerstört...
 

Heute entstand bei dem Brand in einer Autowerkstatt an der Luisenstraße im Düsseldorfer Stadtteil Fried­richstadt ein Sachschaden von 5 -10 Millionen Euro. Zwei Frauen wurden leicht verletzt  in Krankenhäuser gebracht.

 

Die Feuerwehr Düsseldorf wurde um 10:11 Uhr alarmiert. Einem Passanten war eine unklare Rauch­entwicklung in dem Verkaufsraum der Autowerkstatt an der Luisenstraße aufgefallen. Darauf hin rückte der Löschzug der zuständigen Feuerwache 1 von der Hüttenstraße aus. Praktisch zeitgleich mit dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte der Feuerwache Hüttenstraße zündeten im Hinterhof des Areals in der Autowerk­statt brennbare Gase und Dämpfe durch. Es entstand eine gewaltige Stichflamme, die bis ins fünfte Ober­geschoss Fensterscheiben zum Platzen brachte bzw. Risse in den Scheiben verursachte. Sofort griff der Brand über auf eine Arztpraxis im ersten Obergeschoss und eine Wohnung im zweiten Obergeschoss des Hauses Luisenstraße 55 sowie in Geschäftsräume und eine Schneiderei in den Haus Corneliusstraße 1. Diese beiden Häuser und das Haus Corneliusstraße 3 wurden geräumt. Eine 87-jährige Frau erlitt eine Rauchvergiftung, sie und eine etwa 60-jährige Frau wurden in Krankenhäuser gebracht.

 

Aufgrund der Einsatzentwicklung hatte der Einsatzleiter sofort zunächst zwei weitere Löschzüge und nachdem man dann das wahre Ausmaß erkennen konnte noch drei weitere Löschzüge mit dem entspre­chenden Rettungsdienst nachalarmiert. Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte vor Ort. Die Wachen der Berufsfeuerwehr wurden für die Einsatzdauer durch Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr besetzt. Auch unterstützte die Feuerwehr Neuss mit einem Löschzug, der die Wache Hüttenstraße besetzte. Teilweise wurden zur Aufrechterhaltung von Sonderaufgaben auch dienstfreie Kräfte der Berufsfeuerwehr alarmiert.

 

Die Kräfte gingen umfassend mit Hilfe von zahlreichen Strahlrohren mit Wasser und Schaum gegen den Brand vor. In der Werkstatt war eine Azetylenflasche von dem Brand beaufschlagt. Sie wurde mit viel Wasser gekühlt, um eine Explosion zu verhindern, da Azetylen sich bei Erwärmung zersetzen kann. Im weiteren Einsatzverlauf wurde die Werkstatt mit Schaum geflutet. Die drei durch den Rauch und das Feuer am stärksten betroffenen Häuser wurden kontrolliert und geräumt. Die rund 30 Hausbewohner kamen in zwei benachbarten Hotels unter und wurden dort betreut. Praktisch alle Wohnungen sind unterschiedlich stark durch den Brandrauch in Mitleidenschaft gezogen. Die Wohnungen werden vom Gesundheitsamt begutachtet und danach dann eventuell wieder frei gegeben oder auch gesperrt. Für zurzeit 16 Menschen werden Ausweichquartiere vom Sozialamt der Stadt bereitgestellt. Die übrigen können entweder wieder in ihre Wohnungen oder kommen bei Bekannten und Verwandten unter. Gegen 12:30 Uhr war der Brand unter Kontrolle, es mussten allerdings noch zahlreiche Glutnester bekämpft werden, was sich bis gegen 13:30 Uhr hinzog.

 

In der Werkstatt und dem anschließenden Verkaufsraum befanden sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs rund 50 Luxuskarossen wie Rolls Royce, Ferrari, Jaguar usw., zum Teil sehr seltene Oldtimer. Laut Aussage des Firmeninhabers entstand nur an den Fahrzeugen ein Sachschaden von mehr als 2,5 Millionen Euro. Die Werkstatt selbst brannte fast komplett aus. Der Ausstellungsraum hat neben den Brand- auch starke Rauch­schäden. In einer Arztpraxis brannten mehrere Behandlungsräume aus, eine Wohnung, Geschäfträume und eine Schneiderei sind ebenfalls betroffen, so dass der Sachschaden beträchtlich ist. Genaue Zahlen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen; die Feuerwehr geht davon aus, dass der Sachschaden zwischen 5 und 10 Millionen liegen dürfte.

 

Die Brandursache ist unklar, die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen.  Aufgrund des Ablaufs des Brandgeschehens dürfte in der Werkstatt schon seit einem längerem Zeitraum ein Schwelbrand entstanden sein, bei dem große Mengen brennbarer Gase und Dämpfe entstanden sind, die aber wegen Sauerstoff­mangels nicht verbrannten. Erst als Sauerstoff wieder Zutritt hatte, weil vielleicht eine Scheibe geplatzt war, zündeten diese Gase und Dämpfe durch und führten zu der Brandausbreitung.

Text: Pressemitteilung der Feuerwehr Düsseldorf vom 05.02.2006

 

Am Einsatz beteiligt waren alle BF Wachen, die FF Kalkum, FF Kaiserswerth, FF Logistik sowie Sonder-, Rettungs- und Führungsfahrzeuge. Die verwaisten Feuerwachen wurden durch Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Düsseldorf, die Feuer- und Rettungswache 1 wurde durch einen Zug (2x LF 16/12, 1 DLK) der Feuerwehr Neuss besetzt.

 
Foto: Thomas Mayer
 
Weitere Fotos:
 

ca. 50 Oldtimer-Fahrzeuge verbrannten oder wurden beschädigt

 

Brandobjekt:

Autowerkstatt mit Ausstellungsraum, überdachter Innenhof

eingeschossig mit Flachbau

Zugang durch eine Toreinfahrt

zweiseitige 5-Geschossige Bebauung

Lüfter mit Frischluftzuführung zum eingesetzten Schaumkopf

Schaumeinsatz:

Aufgrund der schlechten Zugänglichkeit zum hinteren Werkstattbereich wurde über das Flachdach durch eine zerstörte Lichtkuppel ein neues Schaumsystem eingesetzt. Hiermit konnten weite Teile der Werkstatt erfolgreich beschäumt werden.

 

 

 

Beschäumungszeit: ca. 25 min

Durchflussmenge: 200 L/min Schaummittel-Wassergemisch

Schaummittel: Claas A, 1% Zumischung

Verbrauch: ca. 50 Liter

Schaumvolumen: 2000 m3

Werkstatt und Ausstellung erstreckt sich unter der gesamten Fläche. Schaumeinleitung durch eine Lichtkuppel im hinteren Bereich in der Nähe des Parabolspiegels

Lüfter mit Frischluftzuführung zum eingesetzten Schaumkopf      
       
mobile Zumischpumpe   WLF mit AB Schaum 1  
 

GKTW, RTW im Bereitstellungsraum

 

Fahrzeug der Gefahrenabwehr der Stadtwerke Düsseldorf

 

FF Kaiserswerth im Bereitstellungsraum

 

Weitere Fahrzeuge

     

Ruthmann WLF-AB Kraftstoff

© Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf - letzte Änderung: 10.12.2008

 

Fotos: Ulrich Cimolino, Norbert Diekmann, Felix Heidemeyer, Thomas Mayer, Jürgen Truckenmüller