EINSATZ

 03.07.2009 Unwetter über Düsseldorf, Mann bei Blitzeinschlag verletzt

350 Einsatzkräfte pumpten viele Millionen Liter Wasser aus Gebäuden und von Straßensenken ab.

Freitag, 3. Mai 2009, ab 14 Uhr, Stadtgebiet

Am Freitag zogen mehrere Unwetter mit Starkregen über Düsseldorf hinweg. Der Blitz schlug in mehrere Gebäude ein, viele Keller liefen voll Wasser. Straßen waren stellenweise durch die Wassermassen versperrt. Im gesamten Bereich der Danziger Straße und dem Tunnel der A 44 war „Land unter“! Insgesamt meldeten die Bürger über 450 Einsätze, die nach Abwägung der Dringlichkeit abgearbeitet wurden. Über 350 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr, das Technisches Hilfswerk aus Düsseldorf, Ratingen, Solingen, Velbert, Dinslaken und Duisburg, ein DRK-Verpflegungszug und dienstfreie Kräfte der Berufsfeuerwehr Düsseldorf waren bis zum frühen Morgen im Einsatz.

 

Am Mittag fegte zunächst ein Sturm über das Stadtgebiet hinweg, der nur wenige Schadenmeldungen nach sich zog. Durch den einsetzenden Starkregen in Stockum und Lohhausen liefen einige Keller voll Regenwasser. In Gerresheim wurde die Feuerwache Gräulingerstraße zu einem Dachstuhlbrand alarmiert. Ein Blitz war unterhalb des Firstes eingeschlagen und hatte einige Dachziegel vom Dach geschlagen. Zu einem Brand kam es nicht. An der Torfbruchstraße Ecke Dreherstraße brachte der Blitz einen zweizügigen Kamin zum Einsturz. Der beschädigte beim Herabstürzen zahlreiche Dachziegel und eine Dachgaube, anschließend fiel er auf die Torfbruchstraße. Zum Glück wurde hier niemand verletzt. Die Feuerwehr entfernte die losen Ziegel und sperrte kurzfristig die Straße ab.

 

Gegen kurz vor 18 Uhr kam das nächste Unwetter mit enormen Starkregen. Die linke Rheinseite (Schwerpunkt Gewerbegebiet an der Wiesenstraße und Schiessstraße) und die nördlichen Stadtteile waren überwiegend betroffen. Die Leitstelle der Feuerwehr alarmierte zunächst alle Feuer- und Rettungswachen, die Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr und dienstfreien Kräfte der Berufsfeuerwehr über das automatische Personenalarmierungssystem. In der Leitstelle wurde eine technische Einsatzleitung gebildet. In einem Wohnhaus an der Ludenberger Straße schlug der Blitz ein, dabei wurde ein Mann verletzt. Er kam mit dem Notarzt in ein Krankenhaus.

 

In Wittlaer brannte am Sonnenacker nach einem Blitzeinschlag ein Dachstuhl. Das Schieferdach des eineinhalbgeschossigen Gebäudes wurde dabei völlig zerstört. Es entstand ein Schaden von weit über hunderttausend Euro. Ein gemeldeter Dachstuhlbrand an der Rochuskirche aufgrund eines Blitzeinschlages stellte sich als falsch heraus. Auch auf der Vennhauser Allee schlug der Blitz in ein Wohnhaus ein, zu einem offenen Brand kam es jedoch nicht.

 

Im Dominikus Krankenhaus lief Wasser in den Keller. Die Patientenversorgung war allerdings zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Der S-Bahnhaltepunkt am Flughafen wurde von den Wassermassen überflutet. Der Zugverkehr wurde vorübergehend eingestellt. Mehrere Tiefgaragen standen teilweise bis eineinhalb Meter unter Wasser. Viele Straßen in den nördlichen Stadteilen und auf der linken Rheinseite wurden stark überflutet. Die Unterführung (U 79) am Spielberg war nicht mehr befahrbar. Die Danziger Straße -Höhe Fashion-House- stand über ein Meter unter Wasser und war blockiert.

 

Auf der Messe waren die Hallen 12 und 14 mit insgesamt 1.200.000 Liter Wasser betroffen. Das Technische Hilfswerk Solingen wurde dorthin entsendet. An der Wiesenstraße waren mehrere Gebäude betroffen: Ein 1.000 Quadratmeter großes Chemielager lief voll. Das Wasser wurde herausgepumpt. Gefahrstoffe wurden nicht frei. Weitere Keller von Nachbargebäuden waren ebenfalls betroffen. In eine Tiefgarage in Höhe der Hausnummer 70 liefen mehrere Tausend Liter Regenwasser ein. Im Gebäudekomplex ist auch ein Restaurant, wovon die Kühlung im Keller und die Stromversorgung ausfielen. Weiterhin brannte eine Elektrounterverteilung im Keller ab.

 

Auch im Keller der Firma Teekanne standen etwa 5.000 Liter Wasser, die abgepumpt wurden. Am Seestern lief Regenwasser in die Tiefgarage von Vodafone. Betroffen waren 2.000 Quadratmeter und fünf Starkstrom Trafos. Ein Haustechniker und Mitarbeiter der Stadtwerke AG schalteten vor dem Abpumpen des Wassers die Trafos ab. Bei der Bundespolizei am Flughafen wurde ein Versorgungsstützpunkt vom Deutschen Roten Kreuz für alle Einsatzkräfte eingerichtet, wo Getränke und Essen bereitgestellt wurden.

An der Schiessstraße drang Regenwasser in den Real-Markt ein und flutete das Ladenlokal, eine Tiefgarage und das Parkhaus. Auf einer Fläche von 1.500 Quadratmetern war das Wasser stellenweise 1,5 Meter hoch angestaut. Die Feuerwehr kontrollierte mit einem Schlauchboot ob Menschen betroffen waren, da der Einkauf zu diesem Zeitpunkt noch lief. Der Markt wurde parallel geschlossen. Das Servicepersonal unterstützte die Reinigungsarbeiten im Markt. Das Technische Hilfswerk Düsseldorf übernahm das Auspumpen der über 2.000.000 Liter Wasser. Einige Fahrzeughalter kamen nicht mehr zu ihren Fahrzeugen

Weitere Fotos Einkaufszentrum:
           
nächtliche Verpflegung der Einsatzkräfte an der FRW 2  
 

© Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf - letzte Änderung: 08.07.2009

Pressemeldung und Fotos: Feuerwehr Düsseldorf