EINSATZ

Reifenlager in Gerresheim brannte

Dienstag, 25. Mai 2010, 20.06 Uhr, Heyestraße, Gerresheim
Reifen brannten gestern Abend in Gerresheim. Die Rauchsäule zog von dort über Vennhausen, Eller bis in den Süden nach Hellerhof und den Grenzen von Langenfeld und Baumberg. Die Menschen wurden bis 23.30 Uhr aufgefordert in diesem Bereich die Fenster und Türen geschlossen zu halten. Mehr als drei Stunden war die Bundesbahnlinie in unmittelbarer Nähe der Einsatzstelle komplett gesperrt. Verletzt wurde niemand.

Der Besitzer eines Kiosk rief um kurz nach 20 Uhr die Feuerwehr an, dass an der Heyestraße Reifen brennen. Die Leitstelle entsandte sofort zwei Löschzüge und Sonderfahrzeuge nach Gerresheim. Die Einsatzstelle war durch die schwarze Rauchsäule schon von weitem sichtbar. Der Einsatzleiter forderte umgehend Verstärkung an. Wenig später gab der Chef der Feuerwehr Großalarm, so dass schließlich rund 100 Feuerwehrfrauen und –männer der Freiwilligen- und Berufsfeuerwehr den Flammen und dem Rauch zu Laibe rückten.

Während die ersten Einsatzkräfte mit mehreren tausend Litern Wasser versuchen ein Ausbreiten der Flammen zu verhindern, warnten andere über Lautsprecherdurchsagen die Nachbarschaft. Schnell wurde auch über Antenne Düsseldorf und WDR 2 regelmäßig Warndurchsagen geschaltet. Wegen des gefährlichen Brandrauches mussten tausende Menschen mehr als drei Stunden ihre Fenster und Türen geschlossen halten. Die Bundesbahn stellte um 20.18 zunächst einen Teil ihres Betriebes ein und wenig später wurden alle Gleise gesperrt. Drei S-Bahnen und zwei Regionalzüge konnten den Gerresheimer Bahnhof nicht passieren. Bei der Rheinbahn waren eine Straßenbahnlinie und zwei Buslinien von den Sperrungen betroffen. Die Polizei sperrte mit zahlreichen Beamten die Einsatzstelle weiträumig ab.

Erst um 23.30 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden. Die Messfahrzeuge konnten, als der Rauch abgezogen war, keine erhöhten Messergebnisse in der Luft feststellen. Der Reifenstapel, 20 mal 30 Meter, brannte auf einer Freifläche zwischen der Bundesbahnlinie und der ehemaligen Glasfabrik. Eine leerstehende Halle der Fabrik wurde durch die Flammen erheblich beschädigt. Wegen der schlechten Wasserversorgung an dieser Stelle mussten zwei Gruppen der Freiwilligen Feuerwehr teilweise bis zu 500 Meter Schläuche verlegen. Um die Flammen in den Griff zu bekommen wurde ein Schaumteppich über die brennenden Reifen gelegt. Daduch ließ schnell die starke Rauchentwicklung nach und es drang nur noch wenig Qualm empor.

Ein brennender Reifenstapel bereitet der Feuerwehr immer zwei große Probleme: Das Gummi verbrennt mit einer enormen Rauchentwicklung, die sich witterungsbedingt auch sehr weit ausbreiten kann und: Der Kautschuk lässt sich nur sehr schwer löschen. Zwar wird dem Feuer unter dem Schaum weitestgehend der Sauerstoff entzogen, aber das weiße Löschmittel kommt nicht an alle Glutnester ran. Um alle Glutnester löschen zu können und so wirkungsvoll eine Rückzündung zu verhindern, muss der Stapel zwangsläufig auseinander gezogen werden. Hierzu wurden zwei Radlader eingesetzt, die kleine Mengen aus dem Haufen zu einem Ablöschplatz gefahren haben. Dort wurden dann alle Glutnester gelöscht. Bei diesem Vorgehen muss man jedoch darauf achten, dass nicht zuviel von dem schützenden Schaumdeckel zerstört wird, weil sonst die Gefahr besteht, dass sich die Flammen wieder ausbreiten und der Rauch auch wieder zunimmt. Diese mühselige Kleinarbeit dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Erst um halb fünf rückten die letzten Einsatzkräfte wieder ab. Bei einer geplanten Brandnachschau um sieben Uhr wurden erneut Glutnester entdeckt und mit Wasser und Schaum gelöscht.

Für den Ablöschplatz bot sich nur ein unübersichtliches Gelände der stillgelegten Glasfabrik. Mit Atemschutz geschützt fuhren zwei Radlader die Reifen dort hin und weitere Trupps löschten. Bei den schlechten Sichtbehinderungen, durch die Atemschutzmaske und durch den sehr unebenen Untergrund, konnte ein Baggerfahrer eine Holzabdeckung einer Grube nicht erkennen. Für ihn sah es nach einem stabilen Betonuntergrund aus. Das Arbeitsgerät brach mit dem rechten Hinterrad ein. Der Fahrer blieb glücklicher Weise unverletzt. Mit dem Feuerwehrkran musste nun der Radlader geborgen werden. Während des gesamten Einsatzes waren neben der Feuerwehr und der Landespolizei auch Berater der Bundesbahn, der Bundespolizei sowie des Umweltamtes vor Ort. Das Umweltamt wird heute die betroffene Gegend auf Schadstoffe am Boden überprüfen.

Wie es zu dem Feuer gekommen ist, ist noch unklar- Ermittler der Kriminalpolizei haben sich noch gestern Abend den Brandort angeschaut und die Ermittlungen aufgenommen. Der Schaden fällt eher geringer aus und wird auf einen niedrigen fünfstelligen Betrag geschätzt. Nach Aussage des Reifenhändlers beträgt der Wert dieser Altreifen rund 5.000 Euro. Hinzu kommen zwei Überseecontainer, die aufgeflext werden mussten um auch dort Flammen löschen zu können. Die angrenzende Lagerhalle ist sehr stark beschädigt, es handelt sich jedoch vermutlich um eine Abrisshalle.

 
 
 
 
Die Rauchsäule zog über Vennhausen, Eller bis in den Süden nach Hellerhof und den Grenzen von Langenfeld und Baumberg
       
       
Die Bundesbahn stellte um 20.18 zunächst einen Teil ihres Betriebes ein und wenig später wurden alle Gleise gesperrt. Drei S-Bahnen und zwei Regionalzüge konnten den Gerresheimer Bahnhof nicht passieren.
       
       
       
       
Brandbekämpfung der brennenden Reifen
       
       
       
       
       
       
     
       
       
       
       
       
       
       
 
 

Erst um 23.30 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden. Die Messfahrzeuge konnten, als der Rauch abgezogen war, keine erhöhten Messergebnisse in der Luft feststellen

       
       
       

Für den Ablöschplatz bot sich nur ein unübersichtliches Gelände der stillgelegten Glasfabrik. Mit Atemschutz geschützt fuhren zwei Radlader die Reifen dort hin und weitere Trupps löschten. Bei den schlechten Sichtbehinderungen, durch die Atemschutzmaske und durch den sehr unebenen Untergrund, konnte ein Baggerfahrer eine Holzabdeckung einer Grube nicht erkennen. Für ihn sah es nach einem stabilen Betonuntergrund aus. Das Arbeitsgerät brach mit dem rechten Hinterrad ein. Der Fahrer blieb glücklicher Weise unverletzt. Mit dem Feuerwehrkran musste nun der Radlader geborgen werden.

© Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf - letzte Änderung: 26.05.2010