EINSATZ 

Brand im Lebensmittelgroßhandel
150 Feuerwehrleute im Einsatz – eine Million Euro Schaden!
Sonntag, 26. September 2010, 21.45 Uhr, Vennhauser Allee in Vennhausen

Am späten Sonntagabend kam es aus bislang ungeklärter Ursache zu einem Großbrand in einem Lebensmittelgroßhandel. Die Flammen zerstörten das Wohn- und Geschäftshaus erheblich. Die Feuerwehr rettete einen 61-jährigen, der im Schlaf vom Brand überrascht wurde. 15 Bewohner waren zum Zeitpunkt des Brandausbruchs zu Hause. Es entstand erheblicher Sachschaden. Der Einsatz dauert noch bis zum Mittag an. Die Vennhauser Allee ist von der Straße Am Kleinforst bis In den Kötten für den Verkehr gesperrt, die Polizei hat eine Umleitung eingerichtet.
Einem Passanten war Rauch aus einem Lebensmittelfeinkosthandel an der Vennhauser Allee aufgefallen, deshalb alarmierte er die Feuerwehr. Beim Eintreffen des ersten Löschzuges stand ein Ladenlokal mit den Ausmaßen 29 Meter Länge und 21 Meter Tiefe - 609 Quadratmeter – im Vollbrand. Ein Innenangriff war aufgrund der enormen Hitze und der etwa 200 Kubikmeter gestapelten Lebensmitteln und Feinkostwaren nicht möglich. 14 Mieter hatten sich bereits über die Treppe eigenständig in Sicherheit gebracht und standen auf der Straße. Da die Lage im Haus völlig unklar war, eilten sofort sechs Rettungstrupps in die 21 Wohneinheiten vom ersten Stock bis zum ausgebauten Dachgeschoss in der dritten Etage hoch, und durchsuchten die Wohnräume auf weitere Bewohner. Dabei mussten die Feuerwehrmänner alle Türen der Mietwohnungen gewaltsam öffnen.
Ein 61 Jahre alter Mann wurde gerettet, er blieb unverletzt. Parallel löschten die Einsatzkräfte die Flammen von zwei Seiten mit sechs Rohren (1.000 Liter Löschwasser pro Minute). Im Anbau des Gebäudes an der Lassallestraße entstanden durch die heißen Flammen Risse in der Außenwand. Ein Statiker überprüfte noch in der Nacht die Standsicherheit des Hauses. Sehr zeitaufwendig gestaltete sich das Ausräumen der Lagerräume. Wegen der geringen Tragfähigkeit des Bodens mussten Hunderte Kubikmeter per Hand von den Einsatzkräften ausgeräumt werden. Dazu wurden insgesamt 150 Atemschutzgeräte eingesetzt! Die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr wurde noch in der Nacht alarmiert, um alle Reserve-Pressluftatmer bereitzustellen. Die ausgeräumten Waren wurden mit Abfallcontainern zum Sicherstellungsgelände der AWISTA am Höherweg transportiert.
Am frühen Montagmorgen entschied der Einsatzleiter der Feuerwehr eine torgroße Öffnung in die stark beschädigte Außenwand des Anbaus zu stemmen, um an die Glutnester in den meterhoch gestapelten Pizzakartons, Lebensmittel, Konserven, Kunststoffeimer etc. zu gelangen und die Waren auszuräumen. Bei einer Besichtigung der Wohnräume wurde am Morgen ein weiterer massiver Riss in der Außenwand einer Wohnung festgestellt. Die Kriminalpolizei hat noch in der Nacht die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Die Feuerwehr informierte gegen Mitternacht die Anwohner der umliegenden Stadtteile über die entstandene Geruchsbelästigung über die Lokalsender von Antenne Düsseldorf und WDR 2.
Das Wohn- und Geschäftshaus ist zurzeit nicht mehr bewohnbar bis zur endgültigen Gesamtprüfung der Gebäudestatik. Den entstandenen Schaden schätzt der Einsatzleiter auf rund 1.000.000 Euro. Vermutlich muss der Gebäudekomplex abgerissen oder sehr aufwendig saniert werden. Die Polizei hat noch in der Nacht eine Umleitung zwischen den Straßen Am Kleinforst und In den Kötten eingerichtet. Sieben Anwohner wurden für die Nacht in zwei Hotels untergebracht, die anderen acht Mieter kamen bei Freunden oder Bekannten unter.
Text und Fotos: Feuerwehr Düsseldorf
       
   

© Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf - letzte Änderung: 14.09.2012