EINSATZ 

Brand auf der Baustelle im Versicherungsneubau - 33 Menschen vom Brandrauch betroffen
Freitag, 5. November 2010, 8.40 Uhr, Fischerstraße in Pempelfort

Am Freitagmorgen kam es aus bislang ungeklärter Ursache zu einem Brand in einem Baustofflager im ersten Untergeschoss der Baustelle von einem Versicherungsneubau. Die Feuerwehr versorgte bis jetzt 33 Betroffene, wovon 21 mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser transportiert wurden. Die Lokalsender Antenne Düsseldorf und WDR 2 informierten die Bürger über die entstandene Geruchsbelästigung. Rund um den Schadensort kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, die Polizei leitete den Verkehr um.

Eine schwarz aufsteigende Rauchsäule hatte viele Passanten aufschrecken lassen, die den Notruf der Feuerwehr über Handy anriefen. Die Feuerwehr löste Alarmstufe fünf aus, die verwaisten Wachen der Berufsfeuerwehr wurden durch Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr besetzt. Beim Eintreffen war die Situation zunächst unklar. Zwei Bauarbeiter wurden anfangs vermisst. Die Bauleitung meldete später, dass alle Handwerker die Baustelle verlassen haben. 33 Baustellenbeschäftigte und Betroffene der Versicherung hatten auf der Flucht Brandrauch eingeatmet und mussten rettungsdienstlich versorgt werden. Davon wurden anschließend 21 in die umliegenden Krankenhäuser transportiert, elf Betroffene blieben unverletzt.

Im ersten Untergeschoss brannte ein 30 Quadratmeter großer Baustoff-Lagerraum einer Elektrofirma, es brannten Kabel und Baumaterialien. Der pechschwarze Brandrauch breitete sich im gesamten Gebäude aus. Zehn Rettungstrupps - ausgestattet mit Langzeitpressluftatmern für 60 Minuten Atemluftvorrat - durchsuchten auch wegen der zuerst vermissten Menschen den gesamten Bürokomplex über zwölf Stockwerke ab, gefunden wurde aber keiner. Parallel löschten mehrere Feuerwehrmänner die Flammen im Keller. Mit mehreren Hochleistungslüftern wurde der Rauch aus dem Gebäude herausgeblasen.

In der Leitstelle der Feuerwehr wurde eine Feuerwehr-Einsatzleitung (FEL) zur Unterstützung und Entlastung der Kräfte vor Ort gebildet. Die Feuerwehr war mit 120 Einsatzkräften und 40 Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrzeugen an der Brandstelle. Das Gebäude ist aufgrund der Bauart - sechs Etagen oberhalb und bis zu sechs unterhalb des Bodenniveaus - einsatztaktisch wie ein Hochhaus zu bewerten. Dadurch wurden aufwändige personalintensive Einsatzstrategien notwendig, um einen sicheren Einsatzablauf zu gewährleisten. Das Gebäude war fast bezugsfertig und stand vor der Bauabnahme.

Der Brandraum ist durch die hohen Temperaturen der Flammen von mehr als 1.000 Grad Celsius an einem Betonträger und einer Betonstütze erheblich beschädigt, die Eisenarmierung liegt frei. Ein Statiker und das Bauaufsichtsamt begutachteten den Schadensort. Eine Fachfirma wird die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen treffen und die Decke abstützen. Die Kriminalpolizei wurde zur Brandursachenermittlung eingeschaltet. Den Schaden schätzt die Feuerwehr auf mehrere Hunderttausend Euro.Der Einsatz der Feuerwehr endete um 15 Uhr.
       
       
       
       
       
       

© Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf - letzte Änderung: 05.11.2010