Jürgen Truckenmüller Feuerwehr Düsseldorf Was ist neu ? Kontakt / Impressum
Fahrzeugtechnik Berufsfeuerwehr Freiwillige Feuerwehr Werkfeuerwehr Sondereinheiten Infothek
Hilfsorganisationen Ausbildung und Einsatz Öffentlichkeitsarbeit   Weitere Einsatzfahrzeuge Modellbau

Bilanz Jahreswechsel 2012/2013

Dienstag, 1. Januar 2013, Stadtgebiet
Feuerwehr und Rettungsdienst erlebten einen unspektakulären und ruhigen Jahreswechsel. In der Altstadt waren viele Menschen – in den Lokalen und auf den Straßen wurde gefeiert und nicht „gefeuert“: Das von den feiernden Bürgern und Gästen abgebrannte Feuerwerk richtete dort keine Schäden an. Die gute Zusammenarbeit von Ordnungsamt, Polizei, Hilfsorganisationen und Feuerwehr mit dem abgestimmten Einsatzkonzept zahlte sich dabei erneut aus. Die Feuerwehr hatte sich gut auf Silvester vorbereitet. Am Morgen wurden alle Führungskräfte im Krisenstabsraum auf die zu erwartenden Einsätze und Aufgaben vorbereitet. Die Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies war bei der Besprechung dabei. Für Notfalleinsätze wurde der Rettungsdienst mit vier zusätzlichen Rettungswagen verstärkt. Der Tages-Notarzt an der Posener Straße und die acht Tages-Rettungswagen der Hilfsorganisationen wurden in den 24-Stundenbetrieb versetzt. Ab 22 Uhr betrieb die Feuerwehr eine „mobile Feuerwache“ in der Altstadt. Auch die Leitstelle wurde personell verstärkt, um das erhöhte Einsatzaufkommen um Mitternacht zeitnah zu bearbeiten. Die Einsatzzahlen liegen ähnlich hoch wie im vergangenen Jahr.
Auf den Feuer- und Rettungswachen wurden vom 31. Dezember 19 Uhr bis zum Neujahrsmorgen 6 Uhr Einsatzfahrzeuge zu insgesamt 49 (27) Feuermeldungen und elf (fünf) Hilfeleistungen alarmiert. Die Mitarbeiter des städtischen Rettungsdienstes versorgten innerhalb dieser Zeit 185 (211) Notfallpatienten - davon zehn (zwölf) mit Notarzt. Die Mitarbeiter vom Krankentransport fuhren 22 (zwölf) Erkrankte in die Düsseldorfer Krankenhäuser. Die Disponenten der Leitstelle bearbeiteten darüber hinaus noch weitere neun (zehn) sonstige Ereignisse wie Hilfeleistungen für andere Ämter, Beratungen, Auskünfte für Bürger. Insgesamt 48 Altstadtbesucher mussten vom Rettungsdienst behandelt und in ein Krankenhaus transportiert werden. Hinzu kamen 72 Menschen mit kleineren Verletzungen oder beispielsweise Kreislaufproblemen, die durch die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen auf dem Innenhof des Rathauses eingerichteten Unfallhilfsstelle betreut und versorgt wurden. Neben Verletzungen durch Feuerwerkskörper – meist leichtere Verbrennungen beim Anzünden, war der übermäßige Genuss von Alkohol die häufigste Behandlungsursache.
Ab Mitternacht erhöhte sich die Zahl der durch Raketen und Böller verursachten Kleinbrände dann schlagartig. Bis zum Morgen löschten die Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr Brände die an 14 Mülltonnen, 17 Altpapier-, Altkleider- oder Müllcontainern und weitere acht, die auf Freiflächen, Hecken oder an Bäumen entstanden waren. Spektakulär sah ein Feuer in zehn Metern Höhe in einer Baumkrone auf der Einsiedelstraße aus, der durch die Freiwillige Feuerwehr Garath gelöscht wurde. Der Brandstifter – eine Rakete, steckte noch in den Zweigen. Ein Treppenraum eines Mehrfamilienhauses Am Steinberg war durch eine abgebrannte Rakete verqualmt worden. Die Feuerwehrmänner der Wache Hüttenstraße lüfteten den Treppenflur. Auf der Pflugstraße und Lanker Straße geriet jeweils ein Pkw durch Feuerwerk in Brand. Auch eine Gartenlaube auf der Straße „Daneköthen“ wurde durch eine Rakete in Brand gesetzt. Die umherfliegenden Raketen entzündeten Möbel, Gerümpel und Holzkonstruktionen auf/unter Balkonen an Wohnhäusern in der Heyestraße, Fischerstraße, Heesenstraße, Schwerter Straße und am Kölner Weg.
Ein Brand in einem Müllraum einer ehemaligen Diskothek in der Fischtenstraße wurde um 0.32 Uhr gemeldet. Das Feuer war schnell unter Kontrolle. Da die Brandursache unklar blieb, ermittelt nun die Kriminalpolizei. Während der Anfahrt zu brennenden Mülltonnen auf dem Höher Weg wurde dort ein freilaufender Hund von der Fahrzeugbesatzung des Löschfahrzeuges entdeckt. Während die Feuerwehrmänner den Brand löschten, fing die Crew eines Kleineinsatzfahrzeuges der Wache Behrenstraße den Hund ein und gab das verwirrte Tier in der Lesia-Tierklinik ab. Der Vierbeiner war offensichtlich durch die Knallerei verängstigt davon gelaufen. Wer seinen Hund aus der Umgebung am Höher Weg 300 vermisst, solle sich in der Tierklinik melden. Größerer Schaden konnte bei einem ausgedehnten Brand eines Papiercontainers mit Papierpresse bei einer Firma für Medikamentenbedarf auf der Wahlerstraße in Rath verhindert werden. Der 60 Kubikmeter große Container stand unmittelbar an einer Lagerhalle für Medikamente unter einem Vordach. Beim Eintreffen der ersten Kräfte stieg vom Brandort bereits starker Qualm empor.
Der Zugang gestaltete sich jedoch durch gut verriegelte Außentore schwierig. Um ein Übergreifen des Feuers auf die Halle auszuschließen, wurde ein umfassender Löschangriff aufgebaut. Die angrenzende Halle wurde mit viel Wasser vor der enormen Wärmestrahlung des Brandherdes geschützt. Die Löscharbeiten waren aufwendig: Der geschlossene Papiercontainer hatte keinen ersichtlichen Zugang zum brennenden, gepressten Papiergut. Der erfahrene Einsatzleiter ließ den Container von der Wand wegziehen und die Rückwand von den Einsatzkräften abmontieren. Anschließend verlegten die Feuerwehrleute eine Stromleitung vom Stromaggregat des Löschfahrzeuges zum Stromanschluss des Containers. Damit konnte die Presse in Gang gesetzt werden. Das Brandgut wurde nach und nach hinausgedrückt und gelöscht, bis der Container leer war. Die Brandursache ist unklar, die Polizei nahm die Ermittlungen zur Klärung auf. Durch das professionelle und gezielte Eingreifen der Einsatzkräfte entstand bis auf das Brandgut – Papier und Pappverpackungen, kein großer Schaden.
Auch in diesem Jahr gab es innerhalb des Stadtgebietes viele Großveranstaltungen wie beispielsweise im ISS-Dome, Capitol Theater, Tonhalle, Opernhaus, Schauspielhaus, Maritim-Hotel und Nachtresidenz. Feuerwehr und Sanitätsdienst waren bei allen größeren Veranstaltungen vertreten. Auch dort gab es einige Patientenbehandlungen und Transporte in Krankenhäuser. Die mobile Feuerwache in der Altstadt musste nicht tätig werden, um durch Feuerwerkskörper verursachte (zwei) Kleinbrände auf dem Burgplatz zu löschen.
(Alle Zahlen in Klammern sind vom Jahreswechsel 2011/2012).

alle Fotos: Dieter Uhing, Feuerwehr Düsseldorf