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11.04.2014 - Feuerwehr mit Einsatzrekord

Jahresrückblick 2013: Feuerwehr und Rettungsdienst mussten im vergangenen Jahr 126.000 Mal ausrücken

Einen neuen Einsatzrekord verzeichnete die Düsseldorfer Feuerwehr für das Jahr 2013. Erstmals verzeichnet der Einsatzleitrechner mehr als 126.000 Einsätze, zu denen Mitarbeitende von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr im vergangenen Jahr ausrückten. "Die Broschüre Zahlen, Daten und Fakten 2013 von Feuerwehr, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz zeigt die Leistungsbilanz einer professionell arbeitenden Top-Großstadtfeuerwehr. Leistungsstärke und erstklassige Hilfe rund um die Uhr sind garantiert", erklärt Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2013.

 

Von den 126.032 (2012: 120.726) Einsätzen sind 116.556 (2012: 112.795) Rettungsdiensteinsätze. Darunter 44.323 (2012: 41.961) Krankentransporte und 72.233 (2012: 70.834) Fahrten zu Notfallpatienten. Die Notärzte wurden im Berichtsjahr zu 17.280 (2012: 16.862) Einsatzorten von den Feuer- und Ret­tungswachen an der Hüttenstraße, Münsterstraße, Behrenstraße, Flughafenstraße, Frankfurter Straße und Posener Straße aus alarmiert. Unter den 3.008 (2012: 2.902) Brandeinsätzen waren 29 Großbrände wie beispielsweise das Feuer in einem noch nicht fertig gestellten Gebäudeteil der Liebeskind-Bauten am Kö Bogen – mit einem Schaden von mehreren Millionen Euro am 27. September. Besonders heraus­for­dernd für die Einsatzkräfte war der Mai: Am 2. Mai brannte eine Lagerhalle eines Aufzugshersteller in der Erkrather Straße. Auch die Brände von drei Gebäuden am 4. und 5. Mai auf einem Industriegelände Am Trippelsberg brachten viel Arbeit für die über 100 Einsatzkräfte mit sich. Die Kriminalpolizei ermittelte als Ursache Brandstiftung. So auch beim Brand des Hofladens von der Werkstatt für angepasste Arbeit in Wersten am 8. Mai. Die Feuerwehr rettete am 22. Mai elf Hausbewohner aus einem Mehrfamilienhaus, wo ein Kellerbrand ausgebrochen war und der Brandrauch den Menschen den Fluchtweg versperrte. Selbst am letzten Tag im Mai mussten Freiwillige – und Berufsfeuerwehrleute stundenlang gegen Flammen in einer Druckerei in Angermund ankämpfen.

 

Bei den 4.557 (2012: 4.820) Technische Hilfeleistungen wie zum Beispiel die Rettung Verunfallter bei 94 Verkehrsunfällen, Beseitigung von 917 Ölspuren, 640 Tierrettungseinsätze oder die 1.175 Gefahrenbeseitigungen von Sturmschäden und Wasseransammlungen nach Unwettern, war für die Feuerwehr recht arbeitsintensiv. Die Zahl aller Einsätze nahm damit im Vergleich zum Vorjahr (2012: 122.258) um 3.774 zu. Den größten Zahlenzuwachs verzeichnete der Einsatzleitrechner im Rettungsdienst um 3.760 zusätzlichen Notfalleinsätzen und Krankentransportfahrten.

 

Die Disponenten der Leitstelle nahmen 2013 insgesamt 359.745 Telefonanrufe entgegen. Darunter 210.970 Notrufe, die über die Notrufnummer 112 in der Telefonanlage „Norumat“ eingingen. Ein Notrufer musste im Durchschnitt rund fünf Sekunden (4,8) warten, bis ein Disponent frei war und das Gespräch annehmen konnte. Im Jahresdurchschnitt klingelte rund alle eineinhalb Minuten ein Telefon an den Einsatzleitplätzen. Seit der Sperrung der  Notrufnummern 110 und 112 für die Mobiltelefone ohne SIM-Karten, gingen die Anrufe spürbar zurück.

 

"Die Feuerwehr ist für die Düsseldorfer ein verlässlicher und kompe­ten­ter Partner, auf den man sich im Notfall stets verlassen kann. Das zeigt auch die Beschwerdebilanz: Von den rund 126.000 Einsätzen und Krankentransporten sowie etwa 210.000 Notrufen gingen nur 19 Beschwerdeschreiben (2012: 23) im zentralen Beschwerdemanagement ein. Der 24-Stunden-Tagesdienstplan sieht 154 Feuerwehrmitarbeiter, Rettungsassistenten und Spezialeinsatzkräfte vor. Insgesamt arbeiten im Amt 967 Mitarbeiter, davon 20 Frauen", erläutert Feuerwehrchef Peter Albers. 40 junge Leute waren noch in der Feuerwehr-Ausbildung, davon sieben in der Werkstatt. 21 Verwaltungsbe­amte und 57 tariflich Beschäftigte arbeiten im Hintergrund und sorgen dafür, dass der komplexe "Feuerwehrapparat" auf Hochtouren läuft. In der eigenen Zentralwerkstatt, die zum Beispiel alle Wartungsarbeiten an den rund 350 Fahrzeugen ausführt, wurden sieben angehende Me­chatroniker ausgebildet. Den größten Teil des Mitarbeiterstamms stellen die 842 Feuerwehrbeamten. "Die Erfolge des Jahres 2013 wären ohne den großen Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht möglich gewe­sen. Ihnen gilt deshalb unser besonderer Dank", lobte Helga Stulgies.

 

Bei den 1.175 gemeldeten (2012: 995) Sturm- und Wasserschäden mussten fallweise nahezu alle Feuerwachen und Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr entsandt werden, um Hilfe zu leisten. So auch am 25. Juli mit über 200 Schadenorten –  wo inner­halb weniger Minuten viele Notrufe zu bearbeiten waren. Bei einem Teildeckeneinsturz im siebten Stock eines Wohnhauses in der Vautierstraße am 19. Januar zahlte sich der qualitativ hohe Ausbildungsstand und die sehr gute Ausstattung der Feuerwehr aus, um schnell professionelle Hilfe zu leisten und den Schaden gering zu halten. Die Entgleisung von fünf mit Propengas beladenen Kesselwagen forderten am 2. Juli die Schlagkraft und das Know-how der Feuerwehr, um eine Katastrophe für die Anlieger der Rather Straße zu verhindern. "Es war ein arbeitsreiches Jahr nicht ohne Herausforderungen", betont der Feuerwehrchef. Zwar blieb Düsseldorf von Großschadens­lagen oder Katastrophen verschont, jedoch mussten viele Brand-, Tech­ni­sche Hilfeleistung-, sowie Rettungsdiensteinsätze bewältigt werden.

 

Risiko Wohnungsbrand: Für fünf (2012: 4) Menschen kam bedauerlicher Weise jede Hilfe zu spät. Sie verstarben durch das Einatmen von giftigem Brandrauch und/oder an den Folgen ihrer schweren Verbrennungen. Ein 75-jähriger, bettlägeriger Mann wurde am Freitag, 25. Januar, um 17.43 Uhr Opfer eines Schwelbrandes. Er wurde in seiner Wohnung an der Gerresheimer Straße von den gewaltsam eingedrungenen Rettungskräften tot im Bett aufgefunden. Bei einer Verpuffung in einer Garage am Freitag, 27. September 2013, kam ein Mann in der Blücherstraße ums Leben. Bei der herbeigeführten Verpuffung stürzte die Trennwand zur Nachbargarage ein. Während der Löscharbeiten fanden die Feuerwehrleute den Toten. Ein weiteres Todesopfer forderte ein Brand am Freitag, 8. November 2013, in einer Wohnung im ersten Stock an der Straße Am Flugfeld. Die 67-jährige Kalkumerin war von den Feuerwehrleuten vom Balkon in der ersten Etage gerettet und anschließend leider erfolglos reanimiert worden. Es entstand ein Schaden von rund 150.000 Euro. Am Samstag, 16. November 2013, wurde eine 77 Jahre alte  bettlägerige Frau bei einem Zimmerbrand in der ersten Etage eines sechsgeschossigen Mehrfamilienhauses sehr schwer verletzt. Mit einer Rauchgasvergiftung und großflächigen Verbrennungen kam die Schwerverletzte in eine Spezialklinik nach Duisburg, wo sie an den Folgen noch am Abend verstarb. Das letzte Brandopfer war ein 79-jähriger bettlägeriger Mann: Ein Zimmerbrand am Freitagvormittag, 22. November 2013 sorgte für Aufmerksamkeit in Eller. Auf der Anfahrt des ersten Löschzuges zog schwarzer Rauch durch die Annweilerstraße. Den Löschtrupps schlugen die Flammen im Treppenhaus bereits entgegen. Trotz einer schnell eingeleiteten Rettung aus der Brandwohnung, kam jede Hilfe für den Rentner zu spät.

 

Die Stadtverwaltung investierte im Berichtjahr rund 4,1 Millionen Euro in die Feuerwehr. Eines der wichtigen Großprojekte ist die Umstellung auf den Digitalfunk. Aber auch notwendige Fahrzeuge wie der Großraum-Rettungswagen (GRTW), der sich bereits einige Male als mobile Ambulanz an großen Einsatzstellen bestens bewährt hat, konnten davon angeschafft werden. „Die Berufsfeuerwehr Düsseldorf zählt zu den besten Wehren im Land und ist trotz der Haushaltskonsolidierung für die Zukunft gut gerüstet“, bilanzierte die Feuerwehrdezernentin  Helga Stulgies abschließend.

 

Feuerwehr-Splitter

  • Öffentlichkeitsarbeit: Zu den 27 Besichtigungsterminen der Feuer- und Rettungswachen im Rahmen der Familienkarte kommen fast 1.100 Bürger, fast 3.700 Kinder und Schüler zur Brandschutzerziehung.

  • Im Januar ehrt Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies stellvertretend für den Oberbürgermeister Dirk Elbers 33 Feuerwehrleute für 35 Jahre (13) und 25 Jahre (20) Mitarbeit.

  • Februar, die Löschgruppe Garath der Freiwilligen Feuerwehr erhält in einer Feierstunde die Urkunde zum 100-jährigen Bestehen.

  • Im März kommen über 400 Besucher zum Symposium Sicherheitsmanagement bei Veranstaltungen ins CCD.

  • April, das Land führt die Rauchmelderpflicht für Privathaushalte ein.

  • Im Mai beschäftigen die Feuerwehr mehrere große Brände.

  • Nach der Rückkehr der Düsseldorfer Einsatzkräfte im Juni ehrt der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, Dirk Elbers, die Helferinnen und Helfer im Düsseldorfer Rathaus.

  • Im August feiert das Feuerlöschboot II das 50-jährige Jubiläum mit einer großen Veranstaltung mit rund 2.000 Gästen.

  • Novum: Die Feuerwehr trainiert im September den Ernstfall „Wohnungsbrand“ mit Blinden und Sehbehinderten.

  • 74 Sirenen heulen in den Stadtteilen im Oktober beim Probelauf.

  • Drei Menschen kommen im November bei Bränden ums Leben. Die Einsatzkräfte können sie trotz größter Anstrengung nicht retten.

  • November, Beschluss: Die Feuerwehr bekommt ein topmodernes Atemschutzübungszentrum mit Brandsimulationsanlage für 4,3 Millionen Euro – Baubeginn Mitte 2014, Fertigstellung 2015.

Text: Feuerwehr Düsseldorf

   

© Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf - letzte Änderung: 11.04.2014