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Feuerwehr-Einsatzleiter-Taschenbuch

Feuerwehrleute aus Düsseldorf schreiben seit zwölf Jahren erfolgreiches Fachbuch

Zwei Feuerwehrleute von der Düsseldorfer Feuerwehr schreiben seit über zwölf Jahren erfolgreich das Feuerwehr-Einsatzleiter-Taschenbuch für Einsatzkräfte. Mit der aktuellen 8. Auflage unterstützen die Fachautoren mittlerweile über 30.000 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner bei der Einsatzbewältigung. In Checklistenform erhalten die Führungskräfte eine „Einsatztaktische-Schnellauskunft“ zu den vielschichtigen und komplexen Aufgabenfeldern der Feuerwehr.

 

„Jeder Einsatz ist anders, nicht immer ist man in Höchstform, kennt alle Vorschriften und Verhaltenshinweise. Zieht man eine Bilanz zu den erledigten Einsätzen, finden sich fast immer Optimierungsmöglichkeiten. Genau das ist der Hintergrund, warum wir dieses Taschenbuch ins Leben gerufen haben“, erklärt Rolf Hermsen, erfahrener Einsatzleiter in der B-Dienstebene und Mitarbeiter der Abteilung Personalentwicklung, Aus- und Fortbildung.

 

Die Idee entstand 2000 während einer 24-Stundendienstschicht auf der Feuer- und Rettungswache 4 in der Behrenstraße. Rolf Hermsen und Markus Günter stellten das erste Taschenbuch für die Kollegen der Wache 4 zusammen. „Das Büchlein fand so großen Anklang, dass auch Feuerwehrleute der anderen Wachen so etwas haben wollten, berichtet Markus Günter, Hauptbrandmeister und Führungsmitarbeiter der Wache in Flingern. Rund 200 Stück produzierten die beiden Autoren in Eigenleistung. Parallel beschäftigte sich ein Feuerwehrmann aus dem Nachbarkreis mit der gleichen Idee für die Feuerwehr Gladbeck. „Per Zufall kamen wir drei Autoren 2001 zusammen und verabredeten den Zusammenschluss“, erzählt Martin Neuhaus, stellvertretender Leiter der Werkfeuerwehr BP in Gelsenkirchen. Im darauffolgenden Jahr erschien das erste Probeexemplar des „Feuerwehr-Einsatzleiter-Taschenbuch“ mit einer Auflage von 600 Büchern, verlegt vom Storck Verlag in Hamburg von den drei Autoren Günter Markus, Rolf Hermsen und Dipl. Ing. Martin Neuhaus. Bereits nach vier Wochen war die Probeauflage vergriffen. Damit hatten die drei Feuerwehr-Fachbuchautoren die Probe bestens bestanden. Die Produktion zur 1. Auflage stand damit nichts mehr im Weg. Diese erschien 2003 mit nun schon 2.000 Exemplaren. In den nächsten Jahren stieg das Interesse bei den Käufern und damit auch die Verkaufszahlen. Durch immer weitere Optimierungen und Verbesserungen – zugeschnitten auf die praktischen Bedürfnisse der Nutzer aus ganz Deutschland, wurde das Taschenbuch ein echter Feuerwehr-Bestseller. In diesem Jahr brachten die drei Feuerwehrleute die 8. Auflage des Klassikers heraus. Insgesamt fanden  bereits mehr als 30.000 Taschenbücher der ersten sieben Auflagen den Weg in die Einsatzuniform von Feuerwehrleuten.

 

Auch Österreichs Feuerwehrleute zeigten großes Interesse am Fachbuch.  Deshalb gibt es den kleinen Feuerwehreinsatz-Almanach seit 2007 auch zugeschnitten für das südliche Nachbarland. Der österreichische Co-Autor Christian Brantner von der Berufsfeuerwehr Wien übernimmt die Anpassung der Hinweise auf die Landesverhältnisse.

 

Dieses Buch ist kein Lehrbuch, der Inhalt des Buches unterstützt die Einsatzkräfte vielmehr bei alltäglichen Einsatzlagen. Kommt Stress auf oder fordern andere ungünstige Umstände die Feuerwehrleute heraus, sollen die Inhalte wie ein „Roter Faden“ den Nutzer behilflich sein, strukturiert und effizient zu arbeiten. Es ist in die vier Kapitel „ALLGEMEINES, FEUER, TECHNISCHE HILFELEISTUNG und ABC“ unterteilt. So werden Verhaltenshinweise bei Einsätzen auf Autobahnen beschrieben, die Besonderheiten bei einem Brand auf einem Bauernhof dargestellt, was beim Gebäudeeinsturz alles beachtet werden muss oder die Kennfarben von Gasflaschen und Produktleitungen aufgeschlüsselt, um nur einige Beispiele aus jedem Kapitel zu nennen.

Es ist kein Lehrbuch sondern eine echte praktische Hilfe für jede Dienstschicht. Deshalb haben die Autoren das kompakte Format ausgewählt. Es passt in die Tasche der üblichen Einsatzkleidung, lässt sich durch eine Spiralbindung auf eine Seite problemlos umklappen und ist zudem auch noch beständig gegen einen Regenschauer.

   

Hintergrundinformation zu den Autoren

 

Rolf Hermsen, geboren 1963, trat bereits im Alter von 15 Jahren in die Freiwillige Feuerwehr Herzogenrath ein. 1987 erfolgte die Meisterprüfung als Heizungsbauer. 1988 wechselte er zur Flughafenfeuerwehr Frankfurt und machte sein Hobby zum Beruf. Ab 1989 versah er zehn Jahre lang seinen Dienst auf der Feuerwache Behrenstraße der Feuerwehr Düsseldorf. 1993 Führungslehrgang „B III“ am Institut der Feuerwehr (IdF NRW), Münster. 1999 bis 2001 teilweise als Gastdozent zur Feuerwehrschule abgeordnet. 2002 machte er den „Aufstieg“ in den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst mit einem Ausbildungsabschnitt in den Niederlanden. Danach war Hermsen zunächst Lagedienstführer in der Leitstelle der Landeshauptstadt. 2003 ein Wechsel in die Abteilung Ausbildung, wo er bis Ende 2010 als Fachbereichsleiter an der Feuerwehrschule tätig war. Parallel erfolgte der Einsatz als C-Dienst (Zugführer). Seit 2011 ist er Sachgebietsleiter Personalentwicklung und wird im Alarmdienst als B-Dienst eingesetzt. Hermsen wurde 2011 als Beisitzer in die Prüfungskommission für Gruppenführer am IdF in Nordrhein-Westfalen berufen und leitet, ebenfalls seit 2011,  die Gruppenführerlehrgänge, die in der Landeshauptstadt im Auftrag des Landes stattfinden.

Markus Günter, geboren 1967, ist seit 1988 bei der Berufsfeuerwehr in Düsseldorf. Nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Maler und Lackierer 1986 und der Wehrdienstzeit bis Ende 1987 trat er mit Anfang 20 seinen Dienst bei der Berufsfeuerwehr Düsseldorf an. Seitdem ist er im Alarmdienst in allen Bereichen des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes aktiv an der Feuerwache Behrenstraße tätig. Er kümmert sich um die Ausbildung der Mannschaft, Organisation und Taktik, ist Realbrandausbilder und Notarzt-Teamführer. 1997 besuchte er den Führungslehrgang „B III“ am Institut der Feuerwehr (IdF NRW) in Münster. Von 2001 bis 2004 war er als Gastdozent und Flashover-Ausbilder an der Feuerwehrschule Düsseldorf  tätig.

   

Martin Neuhaus, Jahrgang 1968, trat 1985 in die Freiwillige Feuerwehr Ratingen ein, 1989 legte er den „FIII“ Führungslehrgang erfolgreich am Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen (IdF NRW) ab. Nach Abschluss einer Berufsausbildung als Maschinenschlosser, folgte das Studium der Sicherheitstechnik an der Uni Wuppertal und Abschluss als Dipl.-Ing. 1996. Nach abgelegter Laufbahnprüfung für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst, wurde er Wachabteilungsleiter bei der Feuerwehr Gladbeck. 1999 war er dort verantwortlich für das Sachgebiet Vorbeugender Brandschutz und ab 2004 für die Aus- und Fortbildung. 2005 folgte ein Wechsel in die freie Wirtschaft zur BP Gelsenkirchen GmbH, wo er seit 2007 verantwortlich für die Werkfeuerwehr am Raffineriestandort Scholven tätig ist. Seit 2008 Gastausbilder an der Texas Fire School. Als Beisitzer in die Prüfungskommission des gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes am IdF NRW berufen seit 2010.

Christian Brantner, geboren 1970, verheiratet, zwei Kinder, trat mit 15 Jahren in die Freiwillige Feuerwehr Ziersdorf ein. Er erlernte den Beruf Koch und wechselte 1991 zur Berufsfeuerwehr Wien. Nach Beendigung der Grundkurse absolvierte er die Chargenschule Branddienst. Er ist als Gruppen- und Fahrzeugkommandant für technische Sonderfahrzeuge im Branddienst tätig. Seit 2011 ist er als Ausbildungskoordinator tätig, unterrichtet auch selbst Verkehrstechnik (Verkehrsunfall – Person eingeklemmt, Straße, Schiene) und bildet die Fahrzeugkommandanten für die technischen Sonderfahrzeuge – Kran, Abschleppfahrzeug, Lkw usw. – aus. In seiner Freizeit ist er Feuerwehrkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ziersdorf.

© Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf - letzte Änderung: 04.08.2014