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16.12.2015 - Feuerwehr warnt: Kerzen nicht unbeaufsichtigt abbrennen
   

Sorgloser Umgang mit Adventsgestecken, Christbäumen und Fondues führt in der Weihnachtszeit häufig zu Bränden

 

In der Adventszeit bis ins neue Jahr kommt es immer wieder zu Bränden, die durch Kerzen oder elektrische Lichter sowie durch Unachtsamkeit verursacht werden. "Wer seine Umgebung mit brennenden Kerzen schmückt, sollte diese niemals aus dem Auge verlieren und Respekt vor dem offenen Feuer haben", appelliert Feuerwehrchef Peter Albers daher ganz aktuell. Die Brände häufen sich meist zum Ende der Adventszeit. Die Weihnachtsbäume, Tischdekorationen und Adventskränze sind dann über Tage, teils sogar über Wochen in den Wohnzimmern richtig ausgetrocknet und im wahrsten Sinne des Wortes 'brandgefährlich'. Dabei sei es einfach, vorzubeugen, bemerkt der Feuerwehrdirektor und verweist auf die Tipps der Feuerwehr: "Niemand muss auf geschmückte Kränze und Gestecke in der besinnlichen Zeit verzichten. Aber die Gefahren sollen jedem bewusst sein."

 

Wie gefährlich Adventsgestecke und Weihnachtsbäume – besonders mit echten Kerzen – sein können, belegen die Zahlen der Feuerwehr. In diesem Jahr gab es bereits mehrere Brände im Zusammenhang mit brennenden Kerzen. So löste zum Beispiel eine Kerze am Montag, 14. Dezember, gegen 14 Uhr am Krahkampweg in Volmerswerth einen ausgedehnten Zimmerbrand aus. Die Feuerwehr rückte mit zwei Zügen zum Löschen an. Ein 14-jähriger Junge, der Brandrauch eingeatmet hatte, musste zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus. Der Sachschaden beträgt geschätzt 100.000 Euro.

 

Die Einsatzzahlen im Zusammenhang mit Weihnachten sind laut der Feuerwehr insgesamt konstant bis leicht ansteigend. So rückten die Feuerwehrleute von Ende November 2014 bis zum Dreikönigsfest am 6. Januar 2015 zu insgesamt 386 Brandeinsätzen aus. Rund 41 dieser Einsätze standen im Zusammenhang mit Weihnachtsdekoration oder Silvesterartikeln.

 

In den frühen Morgenstunden am Mittwoch, 10. Dezember 2014, 1.56 Uhr, bemerkten aufmerksame Passanten, dass die Flamme einer brennenden Kerze in einem Versicherungsbüro an der Konkordiastraße in Unterbilk bereits auf Dekorationsartikel übergegriffen hatte. Die Feuerwehrkräfte mussten sich zu dem Geschäftshaus gewaltsam Zutritt verschaffen, um eine Brandausdehnung zu verhindern. Die brennenden Adventsdekorationen löschten die Brandbekämpfer mit einem C-Rohr ab. Anschließend wurde das Bankhaus vom Rauch befreit. Verletzt wurde zum Glück niemand, der Sachschaden belief sich auf 2.000 Euro.

 

Die Einheiten der Feuerwache Münster- und Hüttenstraße eilten am Freitag, 12. Dezember 2014, 6.36 Uhr, zu einem Brandeinsatz. In einem Wohn- und Geschäftshaus an der Blumenstraße war offenbar Weihnachtsdekoration in Brand geraten. Die Einsatzkräfte konnten den Entstehungsbrand in dem Geschäft rasch löschen und brachten das restliche Brandgut ins Freie.

 

Am Ersten Weihnachtstag, Donnerstag, 25. Dezember 2014, verhinderte ein Rauchmelder in Wersten Schlimmeres. Nachbarn, aufgeweckt vom schrillen Alarmton, riefen die Retter um Hilfe. Ein Adventsgesteck war in einer Wohnung im dritten Obergeschoss in der Kölner Straße in Brand geraten. Vor Ort eingetroffen, ließ der Einsatzleiter die Wohnungstüre öffnen und die Wehrleute konnten den Brand rasch löschen. Die Mieter selbst waren zunächst nicht zu Hause. Nachdem die Wohnung mit einem Hochleistungslüfter vom Brandrauch befreit werden konnte, konnten sie ihre Wohnung wieder betreten.

 

In Reisholz brannte am Silvesterabend, Mittwoch, 31. Dezember 2014, ein Fondue. Der Topf, der auf einem Tisch stand, stand in Sekunden in Flammen. Die Feuerwehrleute der Wache 7 vom Werstener Feld war nur wenige Minuten später vor Ort. Die Retter mussten nicht mehr aktiv werden, da der Brand bereits gelöscht war – doch konnten sie den Anwesenden noch einen wichtigen Tipp im Umgang mit brennendem Fett geben: "Fettbrände niemals versuchen mit Wasser zu löschen!"

 

Geschmückte Kränze und Gestecke sind schön anzusehen, aber leider auch "brandgefährlich". Schleifen, Engelshaar oder gebastelte Sterne zieren viele Weihnachtsdekorationen. Echte Kerzen stecken mitten in brennbaren Kränzen, Bäumen und Gestecken. Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit reicht und schon fällt der Baum um oder ein Windstoß streift die Gardine über die brennende Kerze. Wer echte Kerzen verwendet sollte sie nicht unbeaufsichtigt brennen lassen, also den Raum nicht verlassen, ohne vorher die Kerzen zu löschen. Auch ein bereitgestelltes Löschmittel, wie ein Blumensprüher, ein mit Wasser gefüllter Eimer oder ein Wasserlöscher, dürfen nicht fehlen. Vielleicht ist es ja auch eine Alternative, den Baum mit echten Kerzen und mit einer elektronischen Lichterkette zu schmücken. Zu den ganz besonderen Anlässen werden die Kerzen angezündet und gut beaufsichtigt. Die Lichterkette gibt dem Baum in der restlichen Vorweihnachtszeit seine Bedeutung. 

 

Tipps der Feuerwehr für die Advents- und Weihnachtszeit

 

Tipps zum Adventsgesteck

 

Ein weihnachtliches Gesteck mit echten Wachskerzen sollte folgende Eigenschaften und Voraussetzungen erfüllen:

 

Adventskränze und Gestecke im Geschäft gut prüfen. Nadeln die Zweige bereits, sollte der Kunde nach frischer Ware fragen.

  •                 Wer selbst bastelt: Möglichst frisches, selbstgeschnittenes Tannengrün verwenden. 

  •                 Keine Steckschwämme verwenden, diese brennen wie Zunder. 

  •                 Ein Drahtgeflecht ist zwar teurer, brennt aber dafür nicht. 

  •                 Unter den Kerzen gehört ein Tropffang aus Metall mit Steckdorn, damit die Kerzen sicher befestigt werden können. 

  •                 Auf hinreichend Abstand zwischen Tannengrün und Accessoires zu den Kerzen muss geachtet werden. 

  •                 Vertrocknetes Grün aus den Gestecken entfernen.  

Tipps im Hinblick auf Weihnachtsbaum und Lichter

 

Der Baum sollte möglichst frisch sein. Schon beim Kauf testen, ob er noch nicht rieselt. Bäume mit Wurzel bleiben wesentlich länger frisch. Baumständer mit Wasser füllen. 

Schwere Baumständer erhöhen die Standfestigkeit. 

Standorte in unmittelbarer Umgebung von brennbaren Gegenständen wie Gardinen sollten vermieden werden. 

Bei echten Wachskerzen im Baum gilt: Kerzenhalter mit nicht brennbarem Tropffang verwenden. Fest, standsicher und nicht zu nah an benachbarten Ästen platzieren. Möglichst schwer entflammbaren Weihnachtsschmuck anbringen, Kerzen nicht zu weit herab brennen lassen, Kerzen immer von oben nach unten anzünden und niemals unbeaufsichtigt brennen lassen. 

Menschen, die einen Baum mit echten Kerzen bevorzugen, sollten ein Löschmittel bereitstellen. Für Gestecke und Kränze reicht ein Blumensprüher aus. Für Tannenbäume sollte ein Wasserlöscher oder ein mit Wasser gefüllter Eimer bereitstehen. 

Der Christbaum sollte auf einer sicheren, nicht brennbaren Unterlage aufgestellt werden. 

Wer elektrische Lichter verwendet, sollte beim Kauf der Lichterkette auf das CE- und GS-Zeichen achten. Wer die Wohnung verlässt, sollte den Netzstecker der Lichterkette ziehen. 

 

Tipps zu Fondue oder Tischgrill

 

Rechaud des Tischgrills/Fondues nicht in heißem Zustand nachfüllen. Fett oder Öl niemals überhitzen – ansonsten kann es sich entzünden. 

Überhitztes und brennendes Fett/Öl nie mit Wasser löschen, denn dann besteht die Gefahr einer Fettexplosion. Die Flammen sollten mit einem passenden Topfdeckel, Backblech oder ähnlichem Gerät erstickt werden.

 

Text: Feuerwehr Düsseldorf

© Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf - letzte Änderung: 16.12.2015