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Feuerwehr warnt vor Brandgefahr in der Vorweihnachtszeit

Innerhalb kürzester Zeit kann ein Raum in Flammen stehen

Feuerwehr Düsseldorf warnt vor sorglosem Umgang mit Adventsgestecken, Christbäumen und Fondues/Kerzen nie unbeaufsichtigt lassen

Rund um Weihnachten - von der Adventszeit bis ins neue Jahr - kommt es häufiger zu Bränden, die durch Kerzen oder elektrische Lichter sowie durch Unachtsamkeit verursacht werden. "Brennende Kerzen dürfen niemals aus dem Auge gelassen werden und der Umgang mit dem offenen Feuer sollte immer mit dem entsprechenden Respekt erfolgen", appelliert Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies daher besonders in der Vorweihnachtszeit. "Trotzdem muss niemand auf geschmückte Kränze und Gestecke in der besinnlichen Zeit verzichten, wenn man Vorsicht walten lässt", ergänzt Stulgies.

Schon seit vielen Jahren weist die Feuerwehr Düsseldorf in der Vorweihnachtszeit auf die brennenden Gefahren hin. Gerade zum Ende der Weihnachtstage kommt es alle Jahre wieder zu kritischen Situationen. "Die Adventskränze, Weihnachtsbäume und Tischdekorationen sind über Tage, teils sogar über Wochen in den geheizten Wohnzimmern richtig ausgetrocknet", führt Christian Schlich, kommissarischer Leiter der Düsseldorfer Feuerwehr, aus. "Aber die Gefahr sollte jedem bewusst sein. Nur wer gut vorbereitet ist und den nötigen Respekt beim Umgang mit den Kerzen hat, kann die Weihnachtszeit gefahrlos genießen", mahnt Schlich.

Wie gefährlich Adventsgestecke und Weihnachtsbäume – besonders mit echten Kerzen - sein können, belegen die Zahlen aus dem letzten Jahr. Meist zum Ende der Adventszeit kommt es immer wieder zu größeren Bränden. So sind die Einsatzzahlen im Zusammenhang mit Weihnachten konstant, jedoch war die Anzahl der Brandeinsätze im letzten Jahr leicht steigend. Von Ende November 2016 bis zum Dreikönigfest am 6. Januar 2017 (die Zahlen von Ende November 2015 bis 6. Januar 2016) gab es insgesamt 465 (383) Brandeinsätze. Rund 75 (71) dieser Einsätze standen im Zusammenhang mit Weihnachtsdekoration oder Silvesterartikeln. Beim Pressetermin an der Wache Hüttenstraße demonstrierte Feuerwehrsprecher Christopher Schuster, wie schnell ein weihnachtlich geschmückter Raum mit Tannenbaum komplett in Brand geraten kann - rund zwei Minuten dauerte es, bis der Brand sich voll ausgebreitet hatte. In solchen Situationen kann nur noch die Feuerwehr die Flammen löschen.

75 Einsätze 2016 standen im Zusammenhang mit Weihnachtsdekoration
Aufmerksame Nachbarn und ein Rauchmelder verhinderten an Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages, dass eine Familie auf der Duisburger Straße obdachlos wurde. Als die Einsatzkräfte der Feuerwache Münsterstraße bereits vier Minuten nach der Alarmierung vor Ort waren, brannte im fünften Obergeschoss nicht nur der Adventskranz, sondern auch schon Teile eines Holztisches. Es wurde niemand verletzt, der Sachschaden belief sich auf rund 10.000 Euro.

Nur fünf Stunden später entdeckt eine Joggerin ebenfalls ein bereits gefährlich heruntergebranntes Adventsgesteck in einem Haus an der Angermunder Straße. Da niemand die Tür öffnete, mussten sich die herbeigeeilten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Angermund sowie der Feuerwache Flughafenstraße gewaltsam Zugang zu dem Haus verschaffen. Da die brennende Weihnachtsdekoration direkt am Fenster stand, wurde ein Loch in den Fensterrahmen gebohrt. Ein sogenannter Fognail, eine 60 Zentimeter lange und daumendicke Löschlanze, konnte durch das Loch geschoben und mit einem feinen Wassernebel das brennende Gesteck sowie die bereits lodernde Tischplatte schnell gelöscht werden. Durch den Brandrauch entstand ein fünfstelliger Schaden, die Besitzerin des Haues erlitt bei ihrer Rückkehr einen Schock und musste in ein Krankenhaus transportiert werden.

In den frühen Morgenstunden des 19. Dezember 2016 zerstörte ein verheerendes Feuer ein Modegeschäft an der Steinstraße. Durch einen Defekt in einem Kabel kam es nach Ladenschluss zu einem Brand im Verkaufsraum. Als die Einsatzkräfte der Feuerwache Hüttenstraße kurz nach ein Uhr am frühen Morgen eintrafen, brannte das Ladenlokal bereits lichterloh. Es entstand ein Schaden von rund 800.000 Euro, es wurden keine Menschen verletzt.

Schön, aber auch "brandgefährlich": Schleifen, Engelshaar oder gebastelte Sterne
Geschmückte Kränze und Gestecke sind schön anzusehen, aber leider auch "brandgefährlich". Schleifen, Engelshaar oder gebastelte Sterne zieren viele Weihnachtsdekorationen. Echte Kerzen stecken mitten in brennbaren Kränzen, Bäumen und Gestecken. Nur einen kurzen Moment nicht aufgepasst - und schon streift ein Windstoß die Gardine über die brennende Kerze - oder der Weihnachtsbaum kippt um ...

Wer echte Kerzen verwendet, sollte also den Raum nicht verlassen, ohne vorher die Kerzen zu löschen. Auch ein bereitgestelltes Löschmittel, wie ein Blumensprüher, ein Eimer gefüllt mit Wasser oder ein Wasserlöscher, dürfen nicht fehlen. Und wer nicht auf echte Kerzen verzichten möchte? Vielleicht ist es ja eine Alternative, den Baum mit Kerzen und mit einer elektronischen Lichterkette zu schmücken. Zu den ganz besonderen Anlässen werden die Kerzen angezündet und gut beaufsichtigt. Die Lichterkette gibt dem Baum in der restlichen Vorweihnachtszeit seine Bedeutung.

Tipps der Feuerwehr für die Advents- und Weihnachtszeit

Ein weihnachtliches Gesteck mit echten Wachskerzen sollte folgende Eigenschaften und Voraussetzungen erfüllen:

- Adventskränze und Gestecke im Geschäft gut prüfen. Nadeln die Zweige bereits, sollte der Kunde nach frischer Ware fragen.
- Wer selbst bastelt: Möglichst frisches, selbst geschnittenes Tannengrün verwenden.
- Keine Steckschwämme verwenden, diese brennen wie Zunder.
- Ein Drahtgeflecht ist zwar teurer, brennt aber dafür nicht.
- Unter den Kerzen gehört ein Tropffang aus Metall mit Steckdorn, damit die Kerzen sicher befestigt werden können.
- Auf hinreichend Abstand zwischen Tannengrün und Accessoires zu den Kerzen muss geachtet werden.
- Rechtzeitig vertrocknetes Grün aus den Gestecken herausnehmen.

Tipps im Hinblick auf Weihnachtsbaum und Lichter
- Der Baum sollte möglichst frisch sein. Schon beim Kauf testen, ob er noch nicht rieselt. Bäume mit Wurzel bleiben wesentlich länger frisch. Baumständer mit Wasser füllen.
- Schwere Baum- oder Kerzenständer erhöhen die Standfestigkeit.Standorte in unmittelbarer Umgebung von brennbaren Gegenständen wie Gardinen sollten vermieden werden.
- Bei echten Wachskerzen im Baum gilt: Kerzenhalter mit nicht brennbarem Tropffang verwenden. Fest, standsicher und nicht zu nah an benachbarten Ästen platzieren. Möglichst schwer entflammbaren Weihnachtsschmuck anbringen, Kerzen nicht zu weit herab brennen lassen, Kerzen immer von oben nach unten anzünden und niemals unbeaufsichtigt brennen lassen.
- Menschen, die einen Baum mit echten Kerzen bevorzugen, sollten ein Löschmittel bereitstellen. Für Gestecke und Kränze reicht ein Blumensprüher aus. Für Tannenbäume sollte ein Wasserlöscher oder ein mit Wasser gefüllter Eimer bereitstehen.
- Der Christbaum sollte auf einer sicheren, nicht brennbaren Unterlage aufgestellt werden.
- Wer elektrische Lichter verwendet, sollte beim Kauf der Lichterkette auf das CE- und GS-Zeichen achten. Wer die Wohnung verlässt, sollte den Netzstecker der Lichterkette ziehen.

Tipps zu Fondue oder Tischgrill
- Rechaud des Tischgrills/Fondues nicht in heißem Zustand nachfüllen.
- Fett oder Öl niemals überhitzen – ansonsten kann es sich entzünden.
- Überhitztes und brennendes Fett/Öl nie mit Wasser löschen, denn dann besteht die Gefahr einer Fettexplosion. Die Flammen sollten mit einem passenden Topfdeckel, Backblech oder ähnlichem erstickt werden.


Pressedienst der Landeshauptstadt Düsseldorf
 
   
   
   

© Jürgen Truckenmüller, Düsseldorf - letzte Änderung: 06.12.2017